„Weltverschwörung“ gegen die Zivilisation: die Wahnwelt Justus Wertmüllers

„Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.“
(Sigmund Freud 1929/1930 Das Unbehagen in der Kultur)

Wenn es auch ziemlich ekelhaft und unverständlich war, dass sich die Zeitschrift Bahamas trotz (oder wegen?) ihrer wiederholt rassistischen Ausfälle einer gewissen Popularität erfreute, wenngleich die „in vielen Tausenden zu zählenden Abonnenten“ von Wertmüller herbeiphantasiert sind, so kann sich nach den jüngsten Wahnbildern, die dieser in einem Radiointerview ausgebreitet hat, kein Mensch, der auch nur einen Funken Verstand besitzt, noch ernsthaft als „antideutsch“ bezeichnen. Und einen Funken Verstand würde ich sogar Jungantideutschen wie Johnny Mutante oder Antifamané zugestehen. Höchste Zeit also sich nicht nur von den dümmsten Entgleisungen der Antideutschen zu distanzieren, sondern gleich deren gesamte „Theorie“ über Bord zu werfen.

Kommen wir zum eingangs erwähnten Interview, von dem ich unten einen Teil transkribiert habe. Nachdem Wertmüller anfänglich nur Dummheiten von sich gibt und etwa behauptet, die radikale Linke hätte einen „erheblichen Avantgardeeinfluss auf die Geschehnisse in der Republik“ möchte er am Ende des Interviews seine Welterklärung ausbreiten, wobei ihm jedoch sein eigenes Unbewusstes in die Quere kommt, das sich mit aller Gewalt Bahn bricht. Wie der Antisemit, der im tiefsten Innern weiß, dass er die Juden hasst, es nur nicht laut sagen möchte, ruft es „Verschwörung!“ aus Justus hinaus. Sofort möchte er es relativieren und zurücknehmen, aber zu spät:

(…) der Kampf gegen die Antisemitische Internationale, wie wir das nennen, die wie gesagt, von der Sozialdemokratie, jetzt aber wirklich weit über Deutschland hinaus, sondern ganz Old Europe greift, inbegreift, von der Sozialdemokratie über die Grünalternativen bis zu den Linksradikalen einerseits und die jeweiligen Bewegungen der autochthonen Völker, lass es Community-Vertreter sein sollten oder irgendwelche quasi-faschistische Regime, die jetzt hofiert werden, wie das Venezuela eines Hugo Chávez, der gerade die einzigen freien Radiosender abgeschafft hat, um also gegen diese Verschwörung…
Nein, Verschwörung ist das falsche Wort, ich nehme es zurück, um gegen dieses informelle Bündnis, das sich wahrscheinlich am schönsten in Form der Vereinigten Nationen, UN, auszeichnet, wo es eigentlich darum geht in erster Linie sich zusammen zu tun mit den schlimmsten Terrorregimen, Iran angefangen, von den großen Brüdern, China und Russland gefeatured, zunächst mal rhetorisch aber zunehmend praktisch einen Weltkrieg gegen die Zivilisation an zu anzetteln, an dessen vorderster Front erstmal der politische Islam marschiert…

Im Kampf für die westliche Zivilisation gegen die „Weltverschwörung“, bestehend aus Sozialdemokraten, „Islamverstehern“, Neo-Nazis, Grünen, Kofi Annan, Jürgen Habermas, Osama Bin Laden, Joschka Fischer, Robert Kurz, Hugo Chávez, Wursthaarträgern, der UN, „autochthonen Völkern“, androgynen Antifas, Ahmadinedschad und vielen anderen, fordert Wertmüller Opferbereitschaft ein und ist todesmutig bereit, sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen:

(…)ich lebe wie jeder vernünftige Mensch auch lieber ohne Angst vor Terroranschlägen. Aber bevor ich mich von Nazis – seien sie nun deutsch und braun oder islamistisch und grün – nötigen lasse, jüdische, amerikanische oder religionskritische Menschen ihrem mörderischen Zugriff auszuliefern, wage ich lieber etwas. Die Verteidigung der westlichen Zivilisation – und die gibt es nur an der Seite Israels – vor solchen Zumutungen, wäre es mir schon wert, mit einem mulmigen Gefühl in die U-Bahn einzusteigen.“
(Aus einer Rede in Frankfurt).

Am 6.6.2007 um 19:00 Uhr tritt Justus Wertmüller im Berliner Kabarett Max und Moritz (Oranienstraße 162) auf.


48 Antworten auf “„Weltverschwörung“ gegen die Zivilisation: die Wahnwelt Justus Wertmüllers”


  1. 1 Traumatisierender Alltag 01. Juni 2007 um 14:56 Uhr

    Passiert diesem Guru dieser desolaten Gemeinschaft von Irren des öfteren, dass er sagt, was er eigentlich ja garnicht so wörtlich meint. Der Ort seines Vortrags am 6.6. ist sicherlich richtig gewählt, denn:

    Unser Name ist Programm: Tanz – Musik – Theater – Kabarett – Literatur – Kunst – Börse!
    Wir erstellen ein Kulturprogramm, das genauso
    multikulturell und mannigfaltig ist, wie der Bezirk, in dem wir leben.

    Kabarett und Theater gibt es auf jeden Fall. Ob dem Justus dieses ganze multikulturelle und mannigfaltige schmeckt bleibt abzuwarten. Der Laden scheint ja zu 100% Teil der „Antisemitischen Internationale“ zu sein. Umgeben von Gesindel und Anhängern des bewaffneten Türkentums, also mitten in Kreuzberg. Good luck Justus !

  2. 2 Traumatisierender Alltag 01. Juni 2007 um 14:58 Uhr

    Zitat nachgereicht:

    ‘Von mir aus sollen sie sich gegenseitig totschlagen, wenn sie nur andere, die sich ihrer Bandenkultur, ihrer Religion und ihren prima Ehrenvorstellungen nicht unterwerfen wollen, zufrieden lassen.’ Ich gebe zu, das vom Redemanuskript abweichend am 19. November 2005 vor gut 300 Leuten in einer Kirche in Kreuzberg gesagt zu haben. Es war keine wichtige Bemerkung, sondern nur eine auf dem vorläufigen Höhepunkt des mörderischen Wütens eines Vorstadtgesindels notwendige kleine Ansage an jene im Publikum, die friedliche Hooligans, die sich nur gegenseitig verprügeln, empört als schlimme Nazis denunzieren und zugleich darüber wachen, daß keiner unter Verweis auf deren unbeteiligte Opfer die Ehre eines ziemlich großen Teils der männlichen Jugend aus Clichy-sous-Bois oder Neukölln verunglimpft.

  3. 3 Administrator 01. Juni 2007 um 17:18 Uhr

    @Tirolerbua aus der österreichischen Peripherie aka Antifamané
    Wo bleibt das Argument?
    Kannst du auch mehr als Zitate deiner „Idole“ (Ersatzfiguren für den autoritären Vater, siehe „Studien zum autoritären Charakter“) zu posten?
    Ich warte immer noch auf deine Angekündigte Analyse in diesem Beitrag
    http://antifamane.olifani.de/?p=81, bisher hast du nur „Wahn“, „Ressentiment“ und „Projektion“ gerufen ohne auch nur irgend etwas inhaltliches zu sagen. Gehe ich recht in der Annahme, dass du die Analyse gar nicht leisten kannst?
    Die gesamte Welt als verrückt abzutun und alles und jeden zu pathologisieren (wohl vom örtlichen Esoteriker Scheit gelernt) oder Begriffe wie „materialistische“ oder „antideutsche Kritik“ wie eine Monstranz oder einen Phallus vor sich herzutragen* ist das Gegenteil von Gesellschaftsanalyse.
    Du behauptest Justus hätte im Interview etwas zu richtiges zu Kapitalismuskritik gesagt? Ja was denn bitte? Die innere Funktionsweise der kapitalistischen Produktionsweise erklärt man doch nicht dadurch, indem man die westlichen Werte der bürgerlichen Gesellschaft lobt. Außerdem ist es banal, zu betonen, dass man etwas besseres als den Kapitalismus will. Niemand fordert, zu Ackerbau und Viehzucht zurückzukehren außer vielleicht irgendwelche obskurantischen Anarchoprimitivisten in den USA, die post-antideusch-liberalen Vegandschihadisten von Smartline oder die letzten überlebenden Kader der Roten Khmer, von denen aber niemand ein Teil der deutschen radikalen Linken oder der Anti-G8 Proteste ist.
    Die Analysen der Globalisierungskritiker sind häufig sehr beschränkt und in der Tat zu kritisieren, aber was Wertmüller ihnen unterstellt ist blanke Phantasie und wohl dem Hass auf seine eigene Biographie geschuldet, schließlich war er einmal selbst Mitglied der Grünen und trug das „Bluttuch der Judenvernichtung“.
    Die No-Globals gehören auch kritisiert, aber wenn dann bitte richtig, wie das Michael Heinrich in seinem Artikel Zum Umgang der „Globalisierungsgegner“ mit Staat und Kapital gemacht hat, aber ganz bestimmt nicht von halluzinierenden Paranoikern wie Scientology, der Bügerrechtsbewegung Solidarität, Erich von Däniken oder eben Justus Wertmüller.

    *Achtung ironische Anspielung!

  4. 4 Administrator 01. Juni 2007 um 17:35 Uhr

    Zitat von Wertmüller:

    „(…)von mir aus sollen sie [“die dreckigen Araberfressen“, O-Ton Justus]sich gegenseitig totschlagen“

    Diesen Satz sollte man sich einmal genauer anschauen. Auch dieser Satz ist Wertmüller spontan eingefallen, wie er selbst zugibt. Sein Unbewusstes ist also schon desöfteren mit ihm durchgegangen.
    Die Implikation des Satzes ist doch, dass „die Araber“ alle sterben sollen. Dies ist wahrscheinlich der heimliche Wunsch Wertmüllers.
    Da offener Rassismus und Mordwünsche aber weitgehend gesellschaftlich tabuisiert sind, steht dies jedoch ausserhalb des „Sagbaren“ und kann nur angedeutet werden, was von einem entsprechenden Publikum aber sofort richtig interpretiert wird.
    Dieses Phänomen gleicht dem offiziell tabuisierten klassischen Antisemitismus. Wie Adorno und Horkheimer in der Dialektik der Aufklärung schrieben:
    „Aber es gibt keine Antisemiten mehr. Sie waren zuletzt Liberale, die ihre antiliberale Meinung sagen wollten“.
    Deshalb müssen heutige Judenfeinde unter anderem zum so genannten „Krypotantisemitismus“ greifen, dessen Andeutungen aber ohne Probleme verstanden werden. Ebenso bezeichnet sich heutzutage so gut wie niemand als Rassist, sondern auch Justus Wertmüller benennt sich mit Begeisterung als „Eurozentrist“ und „Islamkritiker“, was die gängigen Chiffren für Araberhasser sind.

  5. 5 mané 01. Juni 2007 um 17:41 Uhr

    1. müsstest du dein dasein in der tiroler provinz fristen, würdest du wissen, dass eine kapitalismuskritik die über den kapitalismus hinaus will eine absolute minderheitenpostion ist. entweder bleibt sie in konzepten wonach die mehrwertproduktion staatlich geregelt werden soll befangen, oder will gleich zurück hinter den kapitalismus. sollte das in deiner umgebung anders sein hast du entweder glück gehabt, oder schließt die augen um dir nicht noch die letzte illusion zu nehmen. und ja den kapitalismus soll bitte echt nur kritisieren, wer über ihn hinaus will.
    wer den kapitalismus eben nicht aufgrund seiner glücksversprechen kritisiert, sondern aufgrund des umstandes, dass diese im kapitalismus eben nicht einlösbar sind. dies ist erst im communismus möglich.

    2. und der artikel zum kritisch/prekärem antirassismus ist in arbeit, aber ich hab auch einfach noch andere sachen zu tun als lesen und blogen.

    guten tag

  6. 6 mané 01. Juni 2007 um 17:50 Uhr

    die frage die natürlich bleibt, warum baust du deinen artikel auf einem wort auf das nie im interview gefallen ist?

  7. 7 Administrator 01. Juni 2007 um 17:55 Uhr

    entweder bleibt sie in konzepten wonach die mehrwertproduktion staatlich geregelt werden soll befangen, oder will gleich zurück hinter den kapitalismus.

    Es stimmt das Marxisten-Leninisten eine staatliche geregelte Mehrwertproduktion anstreben. Dass Marxismus-Leninismus totaler Schwachsinn ist, darüber müssen wir nicht streiten…
    Aber wer bitte schön will den hinter den Kapitalismus zurück.
    Sogar Mao Zedong, der fast so irre wie Justus Wertmüller war, wollte vom Feudalismus gleich in den Kommunismus übergehen und den Kapitalismus dabei überspringen.

    Übrigens betreibt die Bahamas heute selbst eine Geschichtsphilosophie (siehe die Rechtfertigung des Irakkrieges), die vom Inhalt her fast dasselbe sagt wie der leninistische Weltanschauungsmarxismus. In den neunziger Jahren hat die Bahamas so etwas noch kritisiert (in dem Artikel stehen sogar ein paar richtige Argumente drin).

  8. 8 Administrator 01. Juni 2007 um 18:01 Uhr

    die frage die natürlich bleibt, warum baust du deinen artikel auf einem wort auf das nie im interview gefallen ist?

    Ja, stimmt, ich bitte vielmals um Entschuldigung!
    Zwischen „Weltverschwörung“ (mein Titel) und „Verschwörung“ (O-Ton Justus), für die er dann absurde Beispiele aus aller (!) Welt (UN, Iran, Chavez, Old Europe, Deutsche Linke usw. usw.) nennt, besteht natürlich ein derartig großer und fundamentaler Unterschied, dass dadurch mein ganzer Artikel falsch wird…

  9. 9 Tioum 01. Juni 2007 um 18:06 Uhr

    „und ja den kapitalismus soll bitte echt nur kritisieren, wer über ihn hinaus will.
    wer den kapitalismus eben nicht aufgrund seiner glücksversprechen kritisiert, sondern aufgrund des umstandes, dass diese im kapitalismus eben nicht einlösbar sind.“

    Was soll denn dieses Glücksversprechen überhaupt sein? Luxus für alle? Schicke Sneakers und Carhartt-Jacken? Wer so immanent denkt, denkt nicht über den Kapitalismus hinaus, sondern versucht den Kapitalismus an seinem Ideal zu blamieren und wird damit objektiv zu seinem Apologeten. Das haben einige Leute gemerkt und haben sich politisch auf die liberale Linie eingeschworen, andere wie du versuchen immer noch unter dem Label der besonders radikalen Kritik den Communismus als leere Floskel vor sich hinzutragen.

  10. 10 mané 01. Juni 2007 um 18:43 Uhr

    bei mir musst du dich nicht entschludigen, mir ist das ziemlich egal.

  11. 11 rencontre 01. Juni 2007 um 23:01 Uhr

    mané:

    wer den kapitalismus eben nicht aufgrund seiner glücksversprechen kritisiert, sondern aufgrund des umstandes, dass diese im kapitalismus eben nicht einlösbar sind. dies ist erst im communismus möglich.

    Im Kommunismus sollen bürgerliche „Glücksversprechen“, also die Ideale (!) von Freiheit, Gleichheit, Eigentum und was man hier sonst noch für den Inbegriff von Glück hält „eingelöst“ werden? Wer sowas schreibt, macht gleich einen ganzen Haufen Fehler zur selben Zeit:

    1. Grund für die Kritik des Kapitalismus ist nicht, dass irgendwelche Ideale heute nicht erfüllt sind, sondern dass die Interessen der Leute — und damit ist ihr materielles (nicht ideelles!) Interesse an der Befriedigung ihrer Bedürfnisse gemeint! — nicht zum Zuge kommen. Marx hat im Kapital gezeigt, dass das einen ebenso handfesten, wiederum alles andere als idealistischen Grund hat.

    2. Was ist denn der Inhalt des „bürgerlichen Glücksversprechens“ (was übrigens eine Phrase ist, die ausschließlich ADs verwenden)? Eben nicht das Wohlergehen der Leute, sondern die Einführung allgemeiner Maßstäbe: Freiheit und Gleichheit. Dagegen ist die Realität des Kapitalismus gerade kein Widerspruch, sondern die notwendige Folge. Das „Glücksversprechen“ ist nicht nur erfüllt, sondern wird erzwungen: über die gewaltsame Setzung des Eigentums und den Zwang, zu Geld zu kommen, um überhaupt was vom gesellschaftlichen Reichtum abbekommen zu können. Was man da abbekommt ist wirklich erbärmlich. Aber es ist „frei“ und „gleich“. Da kann es Demokraten noch so beschissen ergehen: mit ihrer Freiheit sind sie so glücklich, dass sie sogar alle Unkosten tragen.

    3. Wer auf das bürgerliche „Glücksversprechen“ insistiert, sitzt einem Missverständnis über die Gesellschaft auf: derjenige versteht dann jede Zumutung als Chance, als Angebot an sich selbst, das nur genutzt werden muss, um erfolgreich zu sein und abzusahnen (das zu glauben ist ja die wortgenaue Anwendung der pursuit of happiness). Der Scherz ist: jeder weiß, dass das NICHT funktioniert. Aber statt auf den Dreh zu kommen, dass die Gesellschaft überhaupt nicht dazu eingerichtet wurde, um den Leuten zu nützen, werden Hindernisse ausgemacht, die es vorerst verunmöglichen, dass die Chancen „richtig“ genutzt werden können. Wenn Leute die Beseitigung dieser Hindernisse als „revolutionär“ oder „kommunistisch“ bezeichnen, verwenden sie die Begriffe synonym mit „liberal“: Abschaffung dessen, was der erfolgreichen Geschäftigkeit im Kapitalismus entgegensteht.

    4. Schließlich muss sich so jemand auch fragen lassen, ob er überhaupt etwas am Kapitalismus zu kritisieren hat außer das, was die Leute so für moralische (Vor-) Urteile über ihn haben, für Ideale für ihn finden, für Maßstäbe an ihn anlegen usw. In dem ganzen Procedere, dass du da benennst, hat eine Kritik des Kapitalismus, wie er tagtäglich funktioniert, seltsamerweise gar keinen Platz. Das ist aber der Springpunkt: ich will den Kapitalismus abschaffen, WEIL er funktioniert — und nicht, weil Ideal und Realität nicht übereinstimmen. Wer sich nur an dieser Nicht-Kongruenz stört, sollte mit Leichtigkeit zu folgendem Schluss kommen: das Ideal ist Blödsinn und tut für die Betrachtung und Kritik der Realität nichts zur Sache.

  12. 12 rencontre 01. Juni 2007 um 23:11 Uhr

    @abdel: ich lasse dich aus meiner Kritik mal nicht ganz raus ;-)

    Mit „Wahn“ hat das, was Bahamiten denken und sagen nichts zu tun. Das kommt nicht aus ihrem „Unterbewussten“ — das machen die mit Wille und Bewusstsein. Wertmüller hat genauso bewusst, unaufgeregt und vermutlich nichtmal spontan, weil komplett vom Blatt abgelesen von „dreckigen Araberfressen“ gesprochen, wie daraufhin 300 Leute Applaus spendierten, ohne einen einzigen Widerspruch zu bringen. (In die Kritik schließe ich mich mit ein.)

    Das Problem ist also nicht, dass denen was herausplatzen würde, was sich einfach nicht ziemt, sondern dass sie in ihrem Denken rassistische Übergänge haben, die sie völlig bewusst vertreten. Das sind ihre Positionen. Nachzulesen in zahlreichen Artikeln jeder neuen Ausgabe Bahamas, Konkret, Jungle World…

  13. 13 lysis 02. Juni 2007 um 9:30 Uhr

    müsstest du dein dasein in der tiroler provinz fristen, würdest du wissen, dass eine kapitalismuskritik die über den kapitalismus hinaus will eine absolute minderheitenpostion ist.

    lustig. und die tiroler provinz soll repräsentativ für was sein?

  14. 14 Administrator 02. Juni 2007 um 16:55 Uhr

    bei mir musst du dich nicht entschludigen, mir ist das ziemlich egal.

    Hallo? Schon mal von Ironie gehört?

  15. 15 Administrator 02. Juni 2007 um 16:59 Uhr

    @abdel: ich lasse dich aus meiner Kritik mal nicht ganz raus ;-)

    Mit “Wahn” hat das, was Bahamiten denken und sagen nichts zu tun. Das kommt nicht aus ihrem “Unterbewussten” — das machen die mit Wille und Bewusstsein. Wertmüller hat genauso bewusst, unaufgeregt und vermutlich nichtmal spontan, weil komplett vom Blatt abgelesen von “dreckigen Araberfressen” gesprochen, wie daraufhin 300 Leute Applaus spendierten, ohne einen einzigen Widerspruch zu bringen. (In die Kritik schließe ich mich mit ein.)

    Tja, Ronny, du hast wohl die subtile Ironie, die Tendenz der ADs, sich die ganze Welt als Pathologie zu erklären, gegen diese selbst zu wenden, nicht mitbekommen.
    Aber ich denke wirklich, dass Justus das mit der Verschwörung rausgerutscht ist. Er denkt das (ganz bewusst), weiß aber, dass es ihn diskreditieren würde, wenn er es auch laut ausspricht. (Tja Pech gehabt, Justus!).
    Bezüglich des Rassismus hast du Recht. Die bekennen sich ganz offen dazu und haben kein Problem das auch auszusprechen.

  16. 16 Administrator 02. Juni 2007 um 17:22 Uhr

    Übrigens: wer meine Analyse des Patienten Justus W. nicht teilt, ist Antisemit!
    Denn wie schrieb schon Adorno über die Psychoanalyse:

    „Der Hass gegen sie ist unmittelbar eins mit dem Antisemitismus, keineswegs bloß weil Freud Jude war, sondern weil Psychoanalyse genau in jener kritischen Selbstbesinnung besteht, welche die Antisemiten in Weißglut versetzt.“

  17. 17 Das geprüfte Argument 03. Juni 2007 um 11:15 Uhr

    wer den kapitalismus eben nicht aufgrund seiner glücksversprechen kritisiert, (Mane‘ mit Tirolerhut)

    Wer auf das bürgerliche “Glücksversprechen” insistiert, sitzt einem Missverständnis über die Gesellschaft auf: derjenige versteht dann jede Zumutung als Chance, als Angebot an sich selbst, das nur genutzt werden muss, um erfolgreich zu sein und abzusahnen (das zu glauben ist ja die wortgenaue Anwendung der pursuit of happiness). (rencontre)

    Ich halte rencontres Ausführungen hier für sehr entscheidend. Das sog. „Glücksversprechen“ hat nie etwas anderes gemeint, als dass jeder seines Glückes Schmied ist, ergo jeder die gleiche Chance hat, zu Geld zu kommen, aber eben nicht die Garantie auf Bedürfnisbefriedigung, also notwendigen Erfolg im Leben.

    Was an der Methode, die Realität an der Ideologie über die Realität zu blamieren ansonsten mangelhaft ist, haben Tioum und DgA hier schon einmal debattiert. Kurz auf den Begriff gebracht: Aus der Vergleicherei von Realität und Ideologie über sie weiß man noch lange nicht, warum die Realität so beschissen ist, wie sie ist. Man weiß nur: Realität und Ideologie widersprechen sich. Und nichts mehr.

  18. 18 mané 03. Juni 2007 um 20:05 Uhr

    @tiom
    ja genau, wer also die widersprüchlickeiten des kapitalismus betont, ist sein apologet… wer sich aber auf größtenteils kapitalismusimmanente klassenkämpfe bezieht, ist ein radikaler kritiker, naja zumindest erlaubt einem diese angestaubte traditionsmarxistische sichtweise, die du ja selbst schon mal überwunden hattest, wieder anschlussfähig zu werden, an das was sich schweizer linke schimpft, viel erfolg dabei noch mal!

    @abdel
    ne ironie kann ich wirklich von leuten nicht erwarten, die sich selbst so ernst nehmen.

  19. 19 Das geprüfte Argument 03. Juni 2007 um 22:07 Uhr

    Argumentiere lieber gg die schweren Geschosse von rencontre und mir. Schaffst du das?

  20. 20 rencontre 03. Juni 2007 um 22:45 Uhr

    @mané:

    Was für eine verlogene Scheiße! Dir ging es doch keinen Moment um die „widersprüchlickeiten des kapitalismus“ (die du erstmal zu bestimmen hättest). Nein, du hast 1. festgestellt, dass Ideal und Realität nicht überein stimmen (das ist überhaupt kein Widerspruch in der Sache, sondern der Irrtum von Idealisten über die Sache!), um dann 2. genauso fälschlich daraus zu folgern, es solle kommunistisches Programm sein, den Idealen zur Erfüllung zu verhelfen. Warum das nichts taugt wurde dir oben Punkt für Punkt dargelegt. Wenn du dich nicht vollends lächerlich machen willst, lieferst du endlich mal Argumente ab, statt jede Gegenrede als „angestaubte traditionsmarxistische sichtweise“ zu denunzieren.

  21. 21 dj mixmax 06. Juni 2007 um 14:28 Uhr

    Dance to this: Justus in the House

  22. 22 Mon Amour 14. Dezember 2007 um 11:58 Uhr

    Das Problem ist also nicht, dass denen was herausplatzen würde, was sich einfach nicht ziemt, sondern dass sie in ihrem Denken rassistische Übergänge haben, die sie völlig bewusst vertreten. Das sind ihre Positionen. Nachzulesen in zahlreichen Artikeln jeder neuen Ausgabe Bahamas, Konkret, Jungle World…

    Bei der Bahamas stimme ich zu – die ist furchtbar und zwar durchgängig. Bei Jungle World und Konkret sieht das ganz anders aus, die haben ein breiteres Spektrum aus verschiedenen Lagern der „Linken“.

  23. 23 Blickpunkt 25. März 2008 um 13:01 Uhr

    vielleicht sollte mane einfach mal anfangen das Kapital zu lesen.
    Obwohl ihr antideutschen ja immer nich über die Werttheorie hinaus kommt…da hat das anfangen dann auch kein Sinn mehr, wenn spätestens bei Seite 129 Schluss is.

  24. 24 EretzYisroelLove 22. August 2008 um 18:05 Uhr

    Man kann euer hypertheoretisiertes Geschwätz von Bedürfnisbefridigung und Marxismus-Laberismus und alle theoretischen Gegensätze die hier und da in diesem oder jenem Kontext vorhanden sind vereinfachen:
    Antideutsche sind geistig minderbemittelt und eigentlich wenig anderes als eine electrohörende,pseudocoole „Wir wollen Sex,Krieg und Luxus“schreiende Bande durch die konsumwelt durcheinandergeratener Kinder!
    Ein Tip: Es bringt nix antideutsche mit ihren antideutschen meinungen von 93 oder 94 einhalb zu kommen, da das in den Augen von Antideutschen genauso selbstkritisch als antisemitisch bezeichnet werden kann.
    Antideutsch heißt: Mit dem Fall des eis. Vorhangs durcheinander geraten zu sein, sich in einer Notlage dumm und dämlich gelesen zu haben(mit Adorno und anderen Schwätzern)und dann den Absturz des eigenen Betriebsystems auf kleine verwöhnte Spießerkinder übertragen zu haben, oder niocht???
    Wie vile Arbeitnehmende Jugendliche aus prekären oder proletarischen Verhältnissen sind antideutsch?
    Kaum welche!!!Es sind nahezu alles Kinder aus bürgerlichen Kreisen.
    Dieser grenzdebile Justus Wertmüller und seine kleinen „autonomen Spinner“ könnten eigentlich auch der bewa

  25. 25 Troja 01. September 2008 um 13:04 Uhr

    während ihr euch hier in geistiger onanie betätigt, werden andernorts bürger von gesindel gejagt. und warum nimmt dieser umstand permanent zu? weil keiner dazu bereit ist, in den eigenen reihen auf die nestbeschmutzer zu zeigen und sie ihrer gerechten abstrafung zuzuführen.
    antideutsch-antijüdisch-antiislamistisch…kotzt euch ruhig aus und intellektualisiert, bis die schwarte kracht.

    ich bin auch kein freund des herrn wertmüller, aber er hat hier nun mal recht. und hier wird alles wieder so zurecht gerückt, wie man es unbedingt zur selbstenlastung braucht.
    wer sich in der opferrolle gefällt, in moscheen den betrug am sozialstaat aus dem glauben heraus legitimiert und seinesgleichen des geschlechts wegen diskriminiert, der soll auch meinetwegen zum teufel gehen.
    hr. wertmüllers wut ist auch meine. und ich bin ein gläubiger!
    was aber die glaubensbrüder und -schwestern hier in deutschland anzetteln – damit will ich nichts zu tun haben!
    es ist eine gnade in einem so freien land zu wohnen – und eine schande, wie viel zu viele muslime dies selbstgerecht ausnutzen.
    anstatt hier wertmüllers (angeblichen) rassismus zum streitthema zu machen, sollten wir lieber anfangen vor unserer eigenen tür zu kehren.
    ablenken, ausweichen, verblenden, leugnen, verschweigen – das sind die gründe, warum sich wut gegen muslime hierzulande breit macht. und ich kann’s verstehen, wenn ich diesen selbstgefälligen scheiß lese.
    kein wort davon, dass in wertmüllers völlig überzogener kritik ein nur zu wahrer kern steckt. man streitet sich lieber um das henne-und-das-ei-ding.

    oben steht es schon ganz richtig: „oriental fantasies“.

    mit fassungslosem gruß!

  26. 26 עבד אל-קאדר 01. September 2008 um 18:16 Uhr

    Wie vile Arbeitnehmende Jugendliche aus prekären oder proletarischen Verhältnissen sind antideutsch?
    Kaum welche!!!Es sind nahezu alles Kinder aus bürgerlichen Kreisen.

    Ist doch ganz egal aus welche Klasse die nun stammen. Die Redaktion Bahamas besteht doch (teilweise) aus gescheiterten Existenzen.
    Mich interessiert nur der Inhalt, nicht ob sie „cool“ oder sonst was sind.

  27. 27 עבד אל-קאדר 01. September 2008 um 18:29 Uhr

    weil keiner dazu bereit ist, in den eigenen reihen auf die nestbeschmutzer zu zeigen und sie ihrer gerechten abstrafung zuzuführen.

    Kopf kürzer machen?

    ich bin auch kein freund des herrn wertmüller, aber er hat hier nun mal recht.

    Zwar -laut Selbstaussage- Kommunist, hasst aber Moslems.
    So wie Sie und ihresgleichen:
    http://tinyurl.com/66uzk2

    wer sich in der opferrolle gefällt, in moscheen den betrug am sozialstaat aus dem glauben heraus legitimiert und seinesgleichen des geschlechts wegen diskriminiert, der soll auch meinetwegen zum teufel gehen.

    Sind am folgenden auch die Moslems schuld?
    Bild: So wird der Staat abgezockt!

    ablenken, ausweichen, verblenden, leugnen, verschweigen – das sind die gründe, warum sich wut gegen muslime hierzulande breit macht.

    Sicher. Rassismus wird von denen hervorgerufen, gegen die er sich richtet.

    und ich kann’s verstehen, wenn ich diesen selbstgefälligen scheiß lese.

    Rassismusversteher on tour.

    oben steht es schon ganz richtig: “oriental fantasies”

    Lesen können Sie auch noch. Ich bin beeindruckt.

  28. 28 Laura 02. September 2008 um 9:38 Uhr

    Es spricht nicht gerade für jene, die hier immer wieder aufkreuzen und meinen, „Kritik“ anbringen zu müssen, dass sie mit dem „Oriental Fantasies“ nichts anfangen können.

  29. 29 andreas 08. September 2008 um 11:15 Uhr

    will „troja“ jetzt sagen dass er selbst moslem ist? kommt für mich nicht klar heraus. und wenn ja, würde ichs nicht auf anhieb glauben. womit er schon falsch liegt, ist, dass hier orientale/moslems unter sich sind (obwohl man nie so genau weiß, mit wem man es im netz zu tun hat). was mich betrifft, gegen hassprediger der einen seite zu sein, schliesst nicht aus, gegen hassprediger anderer art (die wertmullahs), ihre scheinheiligkeit, heuchelei, ihre gewaltsehnsüchte, entlastungswünsche,etc. zu sein, im gegenteil

  30. 30 Troja 08. September 2008 um 14:59 Uhr

    ich danke den autoren vom 1.+2.9. für ihre texte, zeigen sie doch das ganze von mir angemahnte elend des ablenkens und blendens.
    anstatt sich wirklich mit dem versagen der muslimischen parallelgesellschaft in deutschland zu beschäftigen, denunziert man lieber kritiker mit schön schaurig klingenden etiketten wie „moslemhasser“ oder „rassismusversteher“ usf.
    beides trifft natürlich nicht zu, aber ich bin aufmerksam genug, die allerorten um sich greifende solidarisierung mit extremistisch veranlagten personen mit besorgnis zur kenntnis zu nehmen.
    ich wähle absichtlich die verallgemeinerung, nicht, um einen generalverdacht zu propagieren, sondern weil es sich hier um organisierten, von muftis und predigern in moscheen verbreiteten hass geht. wer leugnet, dass dies existent ist oder die gern genommene floskel „mag sein, dass es ausnahmen gibt, aber natürlich nicht in unserer gemeinde“ bemüht, oder dies soweit herunter spielt, dass der geneigte zuhörer das ganze lediglich als lausbuberei eines besonders veranlagten menschen abtut, der macht sich der verharmlosung faschistischer ideen schuldig. denn – und da hat herr wertmüller ohne abstriche völlig recht – mir ist auch egal, ob die schläger nun die braune oder die grüne fahne schwingen, auf jeden fall wollen sie keine aufgekärte tolerante gesellschaft, wenn sie selber die notwendigsten dinge (gleichberechtigung der geschlechter, glaubensfreiheit, gewaltverzicht, abschaffung des sog. traditionellen ehrbegriffs (der von allem vielleicht die größte schande darstellt)) beizusteuern haben.
    und – potzblitz, wie kann es sein? – da finden sich schon die ersten solidarbündnisse von dt. neonazis mit extremistischen palästinensern – gegen den gemeinsamen feind, den teufel: israel.
    währet den anfängen, damit nicht wenige viele ins verderben stoßen. (vielleicht kann man sich ja auf dieses minimum der übereinstimmung einigen)

    mfg!

  31. 31 will 08. September 2008 um 16:32 Uhr

    „solidarbündnisse von dt. neonazis mit extremistischen palästinensern“

    Nationalisten unterschiedlichster Ausrichtung scheinen also Schnittmengen zu haben, die sie nutzen wollen. Was soll einen daran wundern, wenn man kein Parteigänger einer Nation ist? Ein alternatives Beispiel dafür sind die „Nationalen Sozialisten für Israel“:

    http://nasofi.blogspot.com/

  32. 32 Lana 08. September 2008 um 17:53 Uhr

    Also die gefährlichsten Gegner von Säkularisierung und Gleichberechtigung sitzen ja wohl in den „demokratischen“ Parteien und sind an der Regierung. Eigentlich hätten die selbsternannten Demokraten ja inzwischen 60 Jahre Zeit gehabt, um mal die Trennung von Staat und Kirche anzugehn. Stattdessen kämpft diese Bande doch tatsächlich für die Christianisierung aller Lebensbereiche, erklärt religiöse Dummheiten zur Zwangs-Leitkultur und schiebt jedes Jahr Milliarden an Steeurgeldern in den Arsch der christlichen Pfaffen. Und die vergeltens mit Hetze gegen alles und jeden – Homosexuelle, Muslime, Juden, emanzipierte Frauen, etc.. Wer stoppt diesen Irrsinn?

  33. 33 andreas 08. September 2008 um 18:31 Uhr

    ich glaube eher nicht, dass der („troja“) authentisch ist und verdient, ernstgenomen zu werden.

  34. 34 Troja 08. September 2008 um 18:54 Uhr

    danke, Lana, besser kann man sich selber gar nicht ins genick schießen.
    die grenze zum realitätsverlust scheint in deinem text bereits überschritten, wenn du dich hier in mitteleuropa wirklich von einem hass predigenden christentum verfolgt wähnst; und was soll eigentlich der wahn mit der „christianisierung aller lebensbereiche“? wir leben in europa, um himmels willen! allein die jahrhundertealten kirchen sollten hier schon jeden auf eine untrennbare vermengung von christlichem und europäisch-gesellschaftlichem mit der nase stoßen. ohne christentum keine aufklärung, ohne aufklärung keine säkularisierung, ohne säk. keine entmachtung der kirche. und du redest von verschwendeten 60 jahren in sachen trennung von kirche und staat?!
    man kann ja mal den versuch machen und alle kirchlich geförderten sozialen einrichtungen schließen (krankenhäuser, fixerstuben, familien- und obdachlosenhilfe etc.). mal sehen, ob das für den steuerzahler schlussendlich günstiger wäre…

    es sei dir ja zugestanden, dass du die christenKIRCHE als großes übel empfindest – damit hast du ja durchaus nicht völlig unrecht, die christl. kirche hat viel schuld auf sich geladen und macht es immer noch, sie aber hier – mal wieder – als ablenkungsmanöver zu missbrauchen, gar als verlängerten arm des staates, das eigentliche thema aber völlig zu verschweigen – herzlichen glückwunsch, mehr bestätigung für meine kritik kann es in so wenigen worten kaum geben!

    @ andreas: was hindert dich daran zu lesen und zu antworten? würde eine „optimale authentizität“, die dir genehm wäre, deine rezeption verändern? reicht es nicht, dass ich mich für das thema interessiere? und welche kriterien sollte ich denn eigentlich erfüllen?

  35. 35 Laura 08. September 2008 um 19:53 Uhr

    oje, ich kann’s nicht rauslesen. ist das jetzt ein bahamas- oder PI-leser? oder beides? und/oder cdu-wähler? :-?

  36. 36 will 08. September 2008 um 22:42 Uhr

    Dann muss man der Kirche wohl dankbar sein, dass sie da ist, wenn sich für ihren Bau die Leute krumm machen, gegen sie aufgeklärt werden muss, sie entmachtet werden muss – OHNE eine solche Kirche wäre man ganz schön aufgeschmissen!

    Oje, das Steuerzahlerargument. Wen willst du damit ködern, dass Zwangsabgaben mal über die Kirche, mal über den Staat abgerechnet werden? Die sozialen Einrichtungen (die eine notwendige Ergänzung der kapitalistischen Benutzung von Eigentumslosen sind) werden weder vom Steuerzahler bestellt noch abgeholt.

    Ich finde nicht, dass Lana das Thema „verschweigt“, im Gegenteil. Die ganze Hetze mit „Parallelgesellschaft“ usw. geht nur, weil du dir sicher bist, dass der christliche „Fundamentalismus“ der heimische und daher BERECHTIGTE Glaube ist. Umgekehrt dient dir diese Vorlage des „aufgeklärten Menschen“ für die Feindbildpflege, indem du Partei ergreifend den „von muftis und predigern in moscheen verbreiteten hass“ als Berechtigungstitel für deinen Nationalismus hernimmst.

  37. 37 Laura 08. September 2008 um 23:37 Uhr

    danke! ja, sind schon starke indizien; gibt aber mittlerweile auch sich selbst als antideutsche kommunisten verstehende, die die lektüre von papstreden empfehlen.

  38. 38 עבד אל-קאדר 08. September 2008 um 23:54 Uhr

    ich bin aufmerksam genug, die allerorten um sich greifende solidarisierung mit extremistisch veranlagten personen mit besorgnis zur kenntnis zu nehmen.

    Ja, mit Leuten wie Ihnen z.B.

    abschaffung des sog. traditionellen ehrbegriffs (der von allem vielleicht die größte schande darstellt))

    Das ist jetzt Realsatire.

  39. 39 Troja 09. September 2008 um 1:07 Uhr

    ich bin kein christ, kein jude und kein praktizierender moslem, aber gläubig. (was hat das überhaupt mit meinen argumenten zu tun, denken können sollten doch alle?!)
    den christlichen fundamentalismus lehne ich genauso ab wie jeden anderen.
    ich bin kein nationalist. kulturelle identität sei jedem, den juden, hindus, buddhisten, moslems, dänen, schweizern, osseten, tschetschenen, weißen, gelben, bauern, handwerkern etc., zugestanden. das heißt aber nicht, dass es keine grenzen gibt. ganz im gegenteil, es hat immer grenzen gegeben. diese grenzen gehören aber immer dann durchlöchert, wenn sie ungleichheit, elitarismus u.ä. vertuschen (leitet sich direkt ab von I. Kant – Der Kategorische Imperativ).

    das steuerzahlerargument kam nicht von mir, ich habe nur darauf geantwortet. ich selbst habe kein problem damit steuern zu zahlen, das ist prinzipiell eine hervorragende einrichtung.

    und selbstverständlich ist der christliche glaube in europa der verbreitetste („berechtigt“ ist wohl (fast?) jeder glaube, gell?). man kann nicht so tun, als hätte es keine 2000 jahre europäische kirchengeschichte gegeben. das hat nichts mit einer berechtigungswertung zu tun, sondern steht für sich als einfache tatsache, ob es einem nun gefällt oder nicht.

    und schließlich zum letzten punkt: ist es wirklich so unerträglich einzuräumen, dass (in nicht unerheblicher zahl namentlich bekannte) prediger zum sozialsystembetrug aufrufen? sie beziehen die legitimation dazu direkt aus der scharia, so z.b. bei der wertekategorisierung der menschen (hier seien nur als stichworte dhimmi und dschizya genannt).

    anscheinend ist dies hier mehr eine politische agitationsplattform als ein diskussionsforum. schade, denn die texte machen durchaus den eindruck, als würden die autoren erst denken und dann schreiben – auch wenn ich mit den meisten standpunkten spinnefeind bin.

  40. 40 will 10. September 2008 um 20:17 Uhr

    ich bin kein nationalist. kulturelle identität sei jedem […] zugestanden. […] es hat immer grenzen gegeben […] Der Kategorische Imperativ).

    Das Zugeständnis einer „kulturellen Identität“, das du anderen machst, ist gar nichts anderes als Nationalismus. Der besteht nämlich in einer Zuordnung von Menschen zu ihrer „Region“, indem Sprache, Kultur, soziale Verkehrsformen usw. als Merkmale einer nationalen Identität herangezogen werden.
    Das devote Argument, dass „es Grenzen schon immer gegeben“ habe, stellt die gewaltsame Aufteilung der Staatenwelt als einen quasinatürliche Konstante hin – und unterschlägt interessiert die Tatsache der immer neu angezettelten Kriege um die territoriale Hegemonie und deren Grenzverlauf.
    Kant ist dann endgültig eine argumentlose Berufungsinstanz, weil die Kritik an Kirche oder Steuer durch das Erwähnen seiner Moralphilosophie nicht einmal gestreift wird.

    ich selbst habe kein problem damit steuern zu zahlen, das ist prinzipiell eine hervorragende einrichtung.

    Na dann. Seltsam finde ich allerdings, dass das gewaltsame Eintreiben von Geld bei jedem Straßenräuber als Unannehmlichkeit aufgefasst wird, während dieselbe Tat seitens eines Gewaltmonopols als selbstverständlich gilt, angeblich sogar „eine hervorragende einrichtung“ sei.

    ”berechtigt” ist wohl (fast?) jeder glaube, gell?

    Das kommt ganz darauf an. Welcher Staat welcher Religion eine „Berechtigung“ erteilt oder verwehrt, ist durchaus unterschiedlich.

    man kann nicht so tun, als hätte es keine 2000 jahre europäische kirchengeschichte gegeben. das hat nichts mit einer berechtigungswertung zu tun, sondern steht für sich als einfache tatsache, ob es einem nun gefällt oder nicht.

    Und wofür soll diese „Tatsache“ stehen? Die Geschichte der Prostitution ist noch viel älter.

    dass prediger zum sozialsystembetrug aufrufen

    Wenn die bloß dazu aufrufen würden, wäre ich schon fast versucht Moslem zu werden. Was ist denn so falsch am Sozialbetrug, dass du meinst es sei ein Argument gegen von dir auserwählte „Schmarotzer“? Den Staat zu bescheißen ist immerhin auch eine notwendige Kalkulation jedes gut gehenden Unternehmers.

    mehr eine politische agitationsplattform als ein diskussionsforum

    Dann diskutier doch mit uns statt für die Berechtigung des Glaubens und gegen den „falschen Glauben“ zu agitieren.

  41. 41 Troja 20. September 2008 um 11:06 Uhr

    anscheinend geht hier jegliche inhaltliche trennschärfe auf kosten der demagogie zu grunde.
    „gewaltsame aufteilung…als quasinatürliche konstante…“ – wie haben sich denn auf deinem planeten kulturen entwickelt, „will“? zugegeben sei, dass kultureller austausch ein übliches vefahren ist und zumindest seit der neuzeit wirklich eine permanente konstante, aber ansonsten ist diese form der gruppenbildung (familien, rudel, clans, wertegemeinschaften) mit dem menschen untrennbar verschweißt. das „menschen aller länder vereinigt euch“ ist doch nichts anderes als eine parole, die den universalen herrschaftsanspruch (des systems) legitimieren soll. wer glaubt, dass solche systeme ohne organisationshierarchie und ohne lobbyismus funktionieren, der hat die letzten 200 jahre komplett verpennt, da wurde es uns allen schön einfach wie im lehrfilm vor augen geführt. letztlich ist sowas aber völlig unwichtig. denn einig sind wir uns doch bei folgendem (hoffentlich): wir wollen ein friedliches zusammenleben mit der größtmöglichen freiheit für den einzelnen bei größtmöglicher fairneß (begrifflichkeit nach john rawls).
    den glaubensaspekt kann man völlig weglassen. da wird mir etwas unterstellt, weil ich feststellte, dass man gewachsene strukturen, die nun einmal existieren, bei zustandsbeschreibungen gefälligst zu achten hat. dabei müsste man dann schnell feststellen, dass die dämonisierung solcher institutionen völlig überzogen ist (und das sage ich als nicht-kirchenfreund, um es nochmals zu betonen) – wie man selber dazu steht ist dabei egal. soviel objektivitätswillen sollte man wenigstens versuchen zu haben. die hierzu geleisteten kommentare sind eher kapriziös und eitel als zur sache dienlich, das grenzt daran neurotisch zu sein.
    „den staat zu bescheißen ist…“ – da war ich fassungslos. soll das denn wirklich heißen, dass man die schuld anderer (z.b. einiger unternehmen) als legitimation für eigenes stehlen hernimmt? wie niedrig ist das denn?! dieses argument hat in den 70ern schon die RAF zur legitimation großen unrechts genutzt. genauso wird es noch heutzutage zur deckelung von raub- und erpressungssystemen gebraucht. dass dabei auch dreck am stecken vieler ist, die eigentlich das gemeinwohl im auge zu haben hätten, ist allgegenwärtig und immer existent, egal mit welchem politischen od. gesellschaftl. system man nun argumentiert oder arbeitet. (siehe aktuell: chavez‘ angebl. sozialsmus ist nichts anderes als ein überwachungsstaat).
    worum es aber eigentlich ging (sehr plakativ formuliert): was macht man gegen diejenigen, die im wahn bomben werfen und unbeteiligte menschen ermorden, die ihre mitmenschen unterdrücken und religiös indoktrinieren (dazu gehören sowohl al-kaida als auch die USA)?
    vielleicht gelingt es ja die grundsatzdiskussion zu überwinden (ich verkneife mir schonmal die gegenrede zum topic „kateg. imperativ“ und zur „steuereintreiberei“) – wie können wir denn alle gemeinsam die aktuelle situation verbessern (ohne revolution und ohne wunder?

  42. 42 will 21. September 2008 um 10:19 Uhr

    „ansonsten ist diese form der gruppenbildung (familien, rudel, clans, wertegemeinschaften) mit dem menschen untrennbar verschweißt“

    Ach so, dann ist nationale Herrschaft natürlich menschengemäß & artgerecht.

    „wir wollen ein friedliches zusammenleben mit der größtmöglichen freiheit für den einzelnen bei größtmöglicher fairneß (begrifflichkeit nach john rawls).“
    Vielen Dank, aber Rawls hat den fragwürdigen Prinzipien von Freiheit, Gleichheit, Eigentum nichts wirklich Neues hinzugefügt.

    „was macht man gegen diejenigen, die im wahn bomben werfen und unbeteiligte menschen ermorden, die ihre mitmenschen unterdrücken und religiös indoktrinieren (dazu gehören sowohl al-kaida als auch die USA)?“

    Das tun doch (fast) alle Staaten und Terroristen. Ich glaube allerdings nicht, dass man momentan allzu viel gegen die unternehmen kann.

    „wie können wir denn alle gemeinsam die aktuelle situation verbessern (ohne revolution und ohne wunder?“

    Ich stimme dir zu, dass es verkehrt ist auf ein Wunder zu warten, aber die „aktuelle Situation“ ist eine kapitalistische Herrschaft, was willst du an der verbessern? Ohne eine Opposition gegen die herrschende Ordnung wird sich an der auch nichts wesentlich verändern in Bezug auf ein besseres Leben.

  43. 43 Partizan 18. November 2008 um 10:44 Uhr

    „Es stimmt das Marxisten-Leninisten eine staatliche geregelte Mehrwertproduktion anstreben. Dass Marxismus-Leninismus totaler Schwachsinn ist, darüber müssen wir nicht streiten…“

    Hahaha. Scheiße, bist du dumm…
    Nicht nur, dass du hier seit Jahrzehnten widerlegten dümmlichen Trotzkistendreck runterrasselst, ohne dich dafür zu schämen – du hast ganz offensichtlich auch nicht die geringste Ahnung davon, was Marxismus-Leninismus überhaupt ist.

    „Sogar Mao Zedong, der fast so irre wie Justus Wertmüller war, wollte vom Feudalismus gleich in den Kommunismus übergehen und den Kapitalismus dabei überspringen.“

    Dafür, dass das „irre“ war, hat es eigentlich vor 1976 erstaunlich gut funktioniert.

    „leninistische Weltanschauungsmarxismus. “

    http://www.boli.linker-blinker.de/downloads/M_Skripte_1_08.pdf

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