Der Marxsche Blick auf Afrika

Der Marxsche Blick auf Afrika erläutert die (fehlende?) Rolle Afrikas in Marxens Schriften. Der Artikel geht besonders auf die – im Vergleich zu seinen „Klassikern“ – wenig bekannten Briefe aus den letzten Lebensjahren und die so genannten Ethnologischen Exzerpthefte ein. Diese beschäftigen sich u.a. mit Kolonialherrschaft und „Entwicklung“ außerhalb Europas.
Der Artikel geht auch auf neuere marxistische Theorien zu Ökonomie und „Entwicklung“ ein. So beschäftigt er sich mit der Frage, ob das Konzept der asiatischen Produktionsweise auch für Afrika ein Erklärungsmodell sein kann oder ob es sogar eine eigene „afrikanische Produkutionsweise“ gibt. Der Begriff asiatische Produktionsweise stammt ursprünglich aus Marxens Grundrissen und wurde vom Sinologen – und Mitglied des Frankfurter Instituts für Sozialforschung – Karl Wittfogel popularisiert und neu interpretiert.

Marxens Verhältnis zu Afrika könnte auch für aktuelle Debatten um Geschichtsteleologie und Fortschrittsidealismus eine Bedeutung haben. Ein unkritischer Bezug auf Friedrich Engels’ Evolutionismus war schon während des Kosovokriegs Anlass zu Kritik (siehe Abschnitt „Engelszungen“). Von Lewis Henry Morgan hatte Engels nicht nur die These eines Urmatriarchats, sondern auch die Vorstellung einer unilinearen geschichtlichen Entwicklung von der Wildheit, über die Barbarei zur Zivilisation übernommen. Derartige antiquierte Vorstellungen spuken heute noch durch die Köpfe von Leuten, die andere Menschen als vormoderne Barbaren betrachten.


Antwort hinterlassen

:) :( :d :"> :(( \:d/ :x 8-| /:) :o :-? :-" :-w ;) [-( :)>- more »

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− eins = sechs