The N-Word I: Was Gegenstandpunkt und Bahamas gemeinsam haben

Was haben GegenStandpunkt und Bahamas gemeinsam? Gar nichts, könnte man meinen.
Außer vielleicht:
das Bleiwüstenlayout.

Dennoch legt die Bahamas bekanntlich großen Wert auf Front- und Backcover. Der Gegenstandpunkt verwendet zwar gar keine Bilder, beim Vorgänger MSZ war dies aber noch üblich.1
Und hier findet sich doch eine Gemeinsamkeit, nämlich in die Vorliebe für „Negerkarikaturen“:

Folgendes Bild findet sich im MSZ-Artikel Entlarvt! (II): Stalinismusvorwurf erkenntnistheoretisch (29. April 1977):

Anlass ist ein Text namens „Zur Kritik der AK“ von der Juso-Hochschulgruppe Nürnberg/Erlangen, der linguistisch-erkenntnistheoretisch argumentiert und der selbst das Beispiel der „Watussi3-Neger“ anführt.

Die MSZ zitiert und kommentiert:


„Doch, was ist „unser Wissen“?? Das Wissen über den Bewegungsablauf des Watussi-Negers beim Kulttanz, oder über die kapitalistische Produktionsweise?“
(Juso HSG)

Weil diesen so grundlegend nach einer Begründung fragenden Menschen die Auskunft fehlt, weswegen wir uns mit dem Kapitalismus beschäftigen, bleibt uns nichts anderes übrig, als den entscheidenend Mangel der PE hier zu beheben. Watussi-Neger bewegen sich beim Kulttanz überhaupt nicht, sie sind in „Sprache“ und bemühen sich um die wissenschaftliche exakte Einführung von Begriffen.

Die Jusos schreiben weiterhin:


„Die Bücher zur Konkurrenz, vom Staat und vom Weltmarkt, die Marx noch im Aufbauplan zum „Kapital“4 vorgesehen hatte, sind noch nicht, auch nicht von der AK /MG geschrieben.“

Die MSZ erwidert:

Abgesehen davon, daß diese Bücher gegen Voreinsendung von DM 30.- in Briefmarken bei Robert Watussi erhältlich sind, drängt sich der Verdacht auf, daß Leute, die „in Sprache“ sind, an der vorgegebenen Deutung der Welt soviel Erkenntnis entdecken, daß sie dergleichen gar nicht lesen, geschweige denn schreiben wollen.

Der „Witz“ mit dem erfundenen Robert Watussi funktioniert nur deshalb, weil man von den „Angehörigen der schwarzen Rasse“ (GegenStandpunkt 04/06) nicht erwartet, dass sie Gesellschaftskritik leisten könnten, da „ihr Intellekt nicht einmal im entferntesten ausreicht“ (MG 1983). Man lacht über die „primitiven Afrikaner“, die sich „noch nicht einmal vom Naturzusammenhang gelöst haben“ (MG 1983)3 und anscheinend nichts anderes können als Trommeln und Tanzen, nicht aber etwas Geistiges leisten.

„Negerkarikaturen“ finden sich auch in der Bahamas, hier zum Beispiel das Backcover von Ausgabe Nr. 39.
Bahamasbackover

Der Umschlag der Nr. 45 zeigt den damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen -für Justus Wertmüller das Zentrum einer Weltverschwörung- Kofi Annan als „Onkel Tom“:

Das folgende Bild ist als solches zwar nicht rassistisch, zeigt aber wer von der Bahamas als Feind angesehen wird:

  1. Die „Marxistische Studentenzeitung“ erschien von 1974 bis 1991 und war zunächst die Publikation des „AK Rote Zellen/Marxistische Gruppen“ und später der „Marxistischen Gruppe“ [zurück]
  2. Watussi: altertümlicher Begriff für Tutsi, jene Gruppe, die dem Genozid von Ruanda 1994 zum Opfer fallen sollte [zurück]
  3. Mir ist bewusst, dass ich hier Zitate aus unterschiedlichen Zeiten zusammenbringe. Da die Nachfolger der Roten Zellen aber noch nie eine ihrer früheren Positionen revidiert haben, werden hier keine verschiedenen Argumentationen zusammen geworfen. [zurück]
  4. Karl Marx plante ursprünglich „Das Kapital“ in sechs Bände aufzuteilen. Zu seinen Lebzeiten konnte er lediglich den ersten Band veröffentlichen, Band 2 und 3 wurden posthum von Friedrich Engels herausgegeben. Siehe hierzu auch: Der 6-Bücher-Plan und der Aufbau des Kapital. Diskontinuierliches in Marx’ theoretischer Entwicklung von Michael Heinrich[zurück]

20 Antworten auf “The N-Word I: Was Gegenstandpunkt und Bahamas gemeinsam haben”


  1. 1 blob 03. November 2007 um 15:52 Uhr

    naja, gsp und bahamas haben schon mehr als ihren dumpfdeutsch-mainstreamrassismus gemein, würd ich sagen. dogmatismus comes to mind…

    was mich aber ein wenig überrascht: dass du in der überschrift „n-word“ schreibst, aber mit dem n-wort in den zitaten anscheinend kein problem hast – ? schade eigentlich.

  2. 2 klaus 03. November 2007 um 17:50 Uhr

    Eine kleine Korrektur zu Fußnote 4:

    M. Heinrich geht inzwischen davon aus, dass »Das Kapital« nicht Teil des ursprünglichen 6 Bücher Plans war:

    Neither the 6-books plan nor ‘capital in general’ is mentioned after 1863. Only some vague hints are given to topics which are outside the scope of consideration and could be the object of special studies. For the reader it is not clear, whether Marx wanted to substitute the 6-books plan (in parts or totally) by “Capital” or whether Marx considered “Capital” only as the first book of the 6-books plan. In my view there are some good reasons to distinguish the conception of “Capital” strictly from the 6-book plan and the conception of ‘capital in general’.

    M. Heinrich, Deconstruktic Capital

    Auf keinen Fall handelt es sich bei den 3 Bänden des Kapitals um die ersten 3 Bücher des 6 Bücher Plans.

  3. 3 andreas 07. November 2007 um 11:39 Uhr

    inwiefern schwarzafrikaner (bzw. afro-amerikaner) zu den guten oder zu den bösen zu zählen sind, darüber ist man sich bei broder, den „antideutschen“ und den neokonservativen ablegern noch nicht ganz schlüssig. einerseits gibts podhoretz mit seinem „negroe problem“, andererseits condoleeza rice. einerseits gibts die schwarze bevölkerung in darfur, andererseits sind das auch moslems. einerseits gibts den bedarf nach bündnispartnern, andererseits sind das doch auch (oder erst recht) „hormongesteuerte südlinge“. und vor allem: einerseits ist man ja tolerant, andererseits will man sich kein politisch korrektes blatt vor den mund nehmen.

  4. 4 abdel kader 08. November 2007 um 22:21 Uhr

    was mich aber ein wenig überrascht: dass du in der überschrift “n-word” schreibst, aber mit dem n-wort in den zitaten anscheinend kein problem hast – ? schade eigentlich

    Wenn ich derartiges kritisieren will, dann komme ich nicht umhin auch zu zitieren. Die obigen Bilder sind ja ebenfalls Zitate, die müsste ich ja sonst schwärzen. Dann würde man aber nicht mehr sehen, was sie darstellen.
    Wenn ich über über nationalsozialistischen Antiziganismus schreibe, dann kommen eben Begriffe wie „Bekämpfung des Zigeunerunwesens“ vor.
    Es ist zwar krass, das zu lesen, aber meines erachtens notwendig, um den Nationalsozialismus darzustellen.
    Die Nürnberger Rassengesetze betrafen eben „Neger und Zigeuner“. Wenn man das durch „Afrodeutsche, Sinti und Roma“ ersetzen würde, entstände ja ein verzerrtes Bild.

  5. 5 laylah 27. Mai 2008 um 10:09 Uhr

    randbemerkung: ich verstehe nicht ganz, warum du das rosane cover als „nicht rassistisch“ bezeichnest (die seltsame formulierung mit dem „feind“ widerspricht dem doch auch schon ein bisschen) – das bild statet doch ziemlich eindeutig, muslimische kinder seien die selbstmordattentäter von morgen.

  6. 6 עבד אל-קאדר 07. Juni 2008 um 18:59 Uhr

    randbemerkung: ich verstehe nicht ganz, warum du das rosane cover als „nicht rassistisch“ bezeichnest (die seltsame formulierung mit dem „feind“ widerspricht dem doch auch schon ein bisschen) – das bild statet doch ziemlich eindeutig, muslimische kinder seien die selbstmordattentäter von morgen.

    Als ich das schrieb, meinte ich, dass die bildliche Darstellung per se keine rassistischen Stereotypen enthält und auch in einem anderen Zusammenhang stehen könnte.
    Wenn man die Unterschrift hinzunimmt, hast du natürlich recht.

  7. 7 nigga 08. Juni 2008 um 10:26 Uhr

    April 1977 ?!

    Da hat der Rassismus-Experte ja geradezu historische Recherchearbeit geleistet. Wenn es sich aber in der damaligen Kritik des Stalinismusvorwurfs an philosophischen Studenten um einen Rassismus gehandelt hätte und nicht um die ironische Anspielung auf eine erkenntnistheoretische Linguistik der Jusos, müsste sich derlei „Rassismus“ auch in aktuellen Publikationen finden, da diese bösen Kommunisten angeblich „noch nie eine ihrer früheren Positionen revidiert haben“.

    Dem Rassismus-Experten ist also nicht in irgendeiner momentan stattfindenden Debatte aufgefallen, dass da jemand rassistisch argumentiert, oder auch nur ein Witz MIT dem Rassismus gemacht würde wie bei den Bahamas, sondern der Mensch hat nach etwas gesucht, was er seinem FEIND anhängt und darauf setzt, dass die Denunziation beim geneigten Publikum verfängt: „Kommunisten = Rassisten“ „Rassismus = böse“ also „Kommunisten = böse“. Leider gibt es in diesem blog die entsprechenden Claqueure. Ähnlich wie „den“ Polen Kleptomanie nachgesagt wird, soll man sich hier feindschaftlich einschwören wegen angeblich 30jahrealtem Rassismus von „Ewiggestrigen“.

    Es lohnt daher nicht einmal, in den nicht mehr erhältlichen MSZ nachforschen zu wollen, in welchem Zusammenhang die Zitate stehen, weil der denunziatorische Eklektizismus, zwei (untereinander streitenden) politischen Gruppierungen mit haltlosem Schmutz zu bewerfen deutlich erkennbar ist: Es gibt von beiden Grüppchen jede Menge RassismusKRITIK, in der die hier stattfindende Diffamierung „Vorliebe für Negerbeschimpfungen“ als biologistische Verlängerung von Nationalismus ERKLÄRT und nicht goutiert wird.

    Aber der Autor will sich ja als selbsternannter Araberführer auch nicht theoretisch damit auseinandersetzen, das hieße eigene Feindschaften zu hinterfragen, sondern seine schlechte Meinung über politische Gegner bestätigt wissen, indem er denen andichtet, deren Kritik an politischer Ökonomie und Moral bestünde im „Lachen über die primitiven Afrikaner”. Das ist dem Inhalt nach lächerlich, ob der Autor nun Weißer, Roter oder Gelber ist.

  8. 8 andreas 11. Juni 2008 um 23:45 Uhr

    sie haben mich schon fast überzeugt, dass die „bahamas“ gar nicht rassistisch ist und nur witze „damit“ macht, herr „nigga“.

  9. 9 laylah 12. Juni 2008 um 0:34 Uhr

    mich auch! ~:>
    now, who is the cat at armani buyin wears
    with the tourists who be askin him, do you work here?

  10. 10 nigga 12. Juni 2008 um 12:04 Uhr

    „nichts anderes können als Trommeln und Tanzen, nicht aber etwas Geistiges leisten“

    Dass Trommeln und Tanzen bei Linguisten als Sprache gilt und von damaligen JuSos gegen wissenschaftliche Kritik gehalten wurde, wurde in dem Text aus den 70ern karikiert. So lautet sogar das Zitat, das der Autor selbst gewählt hat:

    „Watussi-Neger bewegen sich beim Kulttanz überhaupt nicht, sie sind in “Sprache” und bemühen sich um die wissenschaftliche exakte Einführung von Begriffen.“ (MSZ 1977)

    Daraus zu drechseln, Afrikanern würde wegen ihrer Freizeitbeschäftigung in rassistischer Manier Dummheit unterstellt, fällt auf den Autor selbst zurück: DER muss sich beim N-Wort und meinen „bredren & sistren“ geistig Unterbemittelte vorstellen, wenn er bei der Zurückweisung von Tanzen & Trommeln als „Sprache“ das Stereotyp „blöder Neger“ entdeckt.

  11. 11 laylah 13. Juni 2008 um 12:48 Uhr

    gar nicht mal so netter versuch. du bemühst dich nämlich zu keiner zeit, uns verständlich zu machen, WAS schwarzen unterstellt wird, du begnügst dich mit einem „stimmt ja gar nicht“ bzw. „selber rassist“. du wirst kaum behaupten, die aussage wäre ernst gemeint – so bleibt es ein angriff auf die juso-linguist_innen auf dem rücken der schwarzen, was du ja im zweiten satz deines ersten beitrags absurderweise als gegensatz darstellst. im übrigen brauchst du nicht „n-wort“ schreiben, wenn du dich „nigga“ nennst.

  12. 12 n-wort-opfer 14. Juni 2008 um 11:48 Uhr

    „WAS schwarzen unterstellt wird“

    müsste der unterstellungs-spezialist mal sagen, der die haltlosen „gemeinsamkeiten“ erfunden hat, um politische gegner zu diskreditieren, also der urheber dieses threads. ich stimme weder mit euren unterstellungen überein, noch mit den untergejubelten rassismen, die hautpigmente von menschen würden über deren erkenntnisfähigkeit auskunft geben.

    und statt meine argumente zu prüfen, wirfst du mir vor deine wunschvorstellung in sachen argumentation nicht zu bedienen. wie sollte ich denn, wenn ich anderer auffassung bin als du?!

    insofern finde ich deine charakterisierung richtig, dass diese diskussion „auf dem rücken der schwarzen“ betrieben wird, allerdings halte ich die vertauschung der subjekte für bemerkenswert: wer BENUTZT denn den rassismus, um über politisch anders denkende kübelweise moralischen dreck zu verbreiten?!

    richtig: der mit dem namen eines araberführers, dem es nicht um rassismuskritik geht, sondern darum euren verständlichen ekel gegenüber rassisten für seine feindbilder zu funktionalisieren!

  13. 13 andreas 14. Juni 2008 um 15:47 Uhr

    die wiederholte titulierung des autors dieses blogs als „(selbsternannter) araberführer“ spricht auch eine sprache für sich. das rassistische drecksblatt, das da so rührend (mit) in schutz genommen wird, übrigens auch.

  14. 14 dreck-zielscheibe 14. Juni 2008 um 16:21 Uhr

    dein rassismusvorwurf kommt offenkundig ohne argument aus und „drecksblatt“ ist deine sprache, aber den titel dieses blogs habe ich mir nicht ausgedacht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Abd_el-Kader

    Edit Administrator:
    Nur als Anmerkung, da mein Blogname häufig zu Konfusion führt: Abdel Kader ist ein ganz normaler arabischer Name und bezieht sich nicht auf den historischen Abdel Kader.

  15. 15 peter müller 14. Juni 2008 um 19:48 Uhr

    die vorwürfe den missverstandenen araberstolz betreffend sind selbstverständlich zurückgenommen und mein irrtum diesbezüglich korrigiert. alle anderen argumente muss ich allerdings aufrechterhalten, da die noch nich entkräftet werden konnten.

  16. 16 andreas 14. Juni 2008 um 21:47 Uhr

    „dreck-zielscheibe“ ?

    da hat jemand das dringende bedürfnis, OPFER zu sein :d
    also sollte man ihm nicht soviel aufmerksamkeit schenken, sonst fühlt er sich noch darin bestätigt. jedenfalls habe ich es nicht nötig, darüber zu streiten ob das rassistische drecksblatt ein ebensolches ist.

  17. 17 peter müller 15. Juni 2008 um 11:41 Uhr

    „jedenfalls habe ich es nicht nötig, darüber zu streiten ob das rassistische drecksblatt ein ebensolches ist“

    das der welt mitzuteilen hast du wohl doch nötig. und dass deine aufmerksamkeit inhalte betreffend unter deinem feindbild leidet, stimmt.

  18. 18 עבד אל-קאדר 16. Juni 2008 um 15:39 Uhr

    @peter müller
    Eigentlich wollte ich gar nicht auf deine hysterischen Kommentare antworten, da ich zu einer ähnlichen Thematik hier und hier schon ausführlichst geschrieben habe. Dennoch sollst du eine Erwiderung bekommen:

    Da hat der Rassismus-Experte ja geradezu historische Recherchearbeit geleistet.

    Eigentlich bin ich eher zufällig drauf gestossen.

    Wenn es sich aber in der damaligen Kritik des Stalinismusvorwurfs an philosophischen Studenten um einen Rassismus gehandelt hätte und nicht um die ironische Anspielung auf eine erkenntnistheoretische Linguistik der Jusos, müsste sich derlei „Rassismus“ auch in aktuellen Publikationen finden, da diese bösen Kommunisten angeblich „noch nie eine ihrer früheren Positionen revidiert haben“.

    Die Texte werden heute noch voll und ganz unterschrieben. Beispiel siehe obige Links, Beispiel du selbst.

    Dem Rassismus-Experten ist also nicht in irgendeiner momentan stattfindenden Debatte aufgefallen, dass da jemand rassistisch argumentiert, oder auch nur ein Witz MIT dem Rassismus gemacht würde wie bei den Bahamas, sondern der Mensch hat nach etwas gesucht, was er seinem FEIND anhängt und darauf setzt, dass die Denunziation beim geneigten Publikum verfängt: „Kommunisten = Rassisten“ „Rassismus = böse“ also „Kommunisten = böse“.

    Doch, der Aufhänger meiner oben verlinkten Story („Der GSP und…“) bezog sich auf eine Diskussion im Kommunistischen Forum.
    Mir ein Feindbild zu unterstellen ist etwas argumentfrei und moralisierend. Du tust so als ob der Zweck meines Blogs wäre den GSP bzw. deren Vorgänger zu diffamieren und „mit Dreck zu bewerfen“. Dem ist nicht so. Mein Blog ist kein Anti-GSP-Blog, sondern eines, das sich meist mit Rassismus und verzerrten Islam- und Afrikabildern beschäftigt. Wenn ich dementsprechendes entdecke, schreibe ich was dazu.
    Der Vorwurf „da ist ein Feindbild unterwegs“ sagt überhaupt nicht aus, warum das von mir geschriebene falsch ist.
    Aus der Tatsache, dass der GSP den Staat schon von vornherein als seinen Feind betrachtet und dabei gar nicht mehr die Frage stellt, ob am Staat auch was Gutes sein könnte stellt, folgt erstmal noch nicht, dass alles was der GSP über den Staat schreibt, falsch ist.
    Du aber argumentierst analog zu Leuten, die sich in der bürgerlichen Mitte verorten und behaupten, dass Marxisten nicht neutral wären, deshalb Ideologen wären und so ihre Ansichten falsch sein müssen.
    Vielleicht vertrittst du ja selbst den Apriorismus, den du mir unterstellst, wenn du behauptest, dass jeder, der eine Differenz mit dem GSP (bzw. Leuten wie dir, die sich dessen Argumente haben einleuchten lassen) hat, automatisch Antikommunist ist. Wenn ich eine gefakte Story über Afrika hier posten würde und dann behaupten würde, sie stamme aus der Regensburger Hochschulzeitung, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass du das auch inhaltlich verteidigen würdest (wenn ich die Sprache gut genug imitiert hätte).

    Es lohnt daher nicht einmal, in den nicht mehr erhältlichen MSZ nachforschen zu wollen, in welchem Zusammenhang die Zitate stehen, weil der denunziatorische Eklektizismus, zwei (untereinander streitenden) politischen Gruppierungen mit haltlosem Schmutz zu bewerfen deutlich erkennbar ist

    Weil du schon voraussetzt, dass das was da drin steht, stimmt, brauchst du auch gar nicht mehr nachforschen? Sehr überzeugend.
    Und wo liegt der Eklektizismus bei mir?

    Es gibt von beiden Grüppchen jede Menge RassismusKRITIK

    Wo gibt’s in der Bahamas Rassismuskritik (die auch stimmt)? Hätte ich gerne einen Beleg für.

    Aber der Autor will sich ja als selbsternannter Araberführer auch nicht theoretisch damit auseinandersetzen, das hieße eigene Feindschaften zu hinterfragen, sondern seine schlechte Meinung über politische Gegner bestätigt wissen, indem er denen andichtet, deren Kritik an politischer Ökonomie und Moral bestünde im „Lachen über die primitiven Afrikaner”.

    Als ob ich das letzere je behauptet hätte.
    Aber stützt das Bild einer unfairen, lächerlichen Argumentation bei dem Pappkameraden, den du dir aufbaust.

    Das ist dem Inhalt nach lächerlich, ob der Autor nun Weißer, Roter oder Gelber ist.

    Hast du schon mal rote oder gelbe Menschen gesehen? Glaubst du, dass es neben „Angehörigen der schwarzen Rasse“ (GSP) auch Angehörige einer gelben oder roten „Rasse“ gibt?

    Dass Trommeln und Tanzen bei Linguisten als Sprache gilt und von damaligen JuSos gegen wissenschaftliche Kritik gehalten wurde, wurde in dem Text aus den 70ern karikiert. So lautet sogar das Zitat, das der Autor selbst gewählt hat:

    “Watussi-Neger bewegen sich beim Kulttanz überhaupt nicht, sie sind in “Sprache” und bemühen sich um die wissenschaftliche exakte Einführung von Begriffen.” (MSZ 1977)

    Daraus zu drechseln, Afrikanern würde wegen ihrer Freizeitbeschäftigung in rassistischer Manier Dummheit unterstellt, fällt auf den Autor selbst zurück

    So habe ich nicht argumentiert, lies den obigen Artikel nochmal.

    Nebensächlich für die Auseinandersetzung:
    Wenn es sich um einen Kulttanz handelt (das ist oben ja mehr ein Gedankenexperiment als eine empirische Untersuchung über die „Watussi“), dann handelt es sich um ein Ritual, also eine symbolische Handlung, wobei eine solche immer einen Adressaten hat, also eine Form der Kommunikation ist.
    Ob dem jemand zustimmt oder nicht ist mir völlig egal.

    andreas:
    “jedenfalls habe ich es nicht nötig, darüber zu streiten ob das rassistische drecksblatt ein ebensolches ist”

    das der welt mitzuteilen hast du wohl doch nötig. und dass deine aufmerksamkeit inhalte betreffend unter deinem feindbild leidet, stimmt.

    Ja, dann Teil doch der Welt mal mit, warum das was die Bahamas während des Kosovokriegs über Albaner schrieb, ihre Forderung nach der„Bombardierung islamischer Zentren“ oder die Verteidigung von Oriana Fallacis Aussagen man solle somalische Flüchtlinge „von bewaffneten Polizisten oder Soldaten umzingeln … lassen … auf Lastwagen … laden und zu einem Flughafen oder Hafen zu bringen und in ihr Land zurückzuschicken“ und Muslime sich„wie die Ratten“ vermehren würden, nicht rassistisch sind.

    Oder hast du da mal wieder von vornherein vorausgesetzt, dass bei mir ein „Feindbild“ unterwegs ist ohne die Inhalte der Bahamas selbst zu prüfen?

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