Archiv der Kategorie 'Religion'

Ann Coulter on Jews

Auszug eines Interviews mit der „konservativen Ikone“:

DEUTSCH: Christian — so we should be Christian? It would be better if we were all Christian?

COULTER: Yes.

DEUTSCH: We should all be Christian?

COULTER: Yes. Would you like to come to church with me, Donny?

DEUTSCH: So I should not be a Jew, I should be a Christian, and this would be a better place?

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Ehrenmorde und Scharia?

Im vergangenen Jahr erschien im Conne Island Newsflyer der Text Frauen und die Scharia im Islam. Von den ganzen Falschbehauptungen über den Islam möchte ich einmal absehen und mich stattdessen auf das Schreckgespinst der „Parallelgesellschaften“ konzentrieren.

In Parallelgesellschaften leben Menschen in Gemeinschaften abgekoppelt von ihrer Umgebung und natürlich ohne Bezug zum Rechtssystem des jeweiligen Staates, in dem sie sich befinden. Ob die Menschen in diesen Parallelgesellschaften jenes Rechtssystems ablehnen oder, wie es bei Frauen oft der Fall ist, auf Grund von nicht vorhandenen Sprachkenntnissen oder Angst vor dem Fremden bzw. dem Alleine sein, keinen Zugang zu diesem haben, ist nicht wesentlich. Im Grunde brauchen sie das Rechtssystem nicht. Der Islam hat ein eigenes Gesetz, ja ein Rechtssystem über Staatsgrenzen hinaus.

So die Definition der CEE IEH-AutorInnen. „Parallelgesellschaften“ in Deutschland zeichnen sich angeblich dadurch aus, dass hier nicht die Freiheitlich-Demokratische-Grundordnung gelten würde, sondern die Scharia. Demzufolge müsste die Mehrheit der muslimischen MigrantInnen, oder zu mindest ein bedeutender Anteil, unter dem religiösen Gesetz des Islam leben. Das sieht man zum Beispiel an Stadtvierteln mit einem hohen Bevölkerungsanteil von Muslimen wie Kreuzberg oder Neukölln. Hier gilt das staatliche Gewaltmonopol nicht, nur mit Vollbart kann man sich überhaupt auf die Strasse trauen, ständig wird Dieben die Hand abgehackt und die ganzen Hartz-4-EmpfängerInnen können ihr Dosenbier nur versteckt konsumieren, da sie ansonsten Gefahr laufen, öffentlich ausgepeitscht zu werden…

Wenn Parallelgesellschaften über die Nichteinhaltung des Deutschen Rechts definiert werden, heißt es dann auch, dass DrogendealerInnen Parallelgesellschaften bilden, da sie sich ständig über das deutsche Recht hinwegsetzen und nach ihren eigenen Regeln leben?

Von den Autoren wird nun auch behauptet, dass „Ehremorde“ Konsequenz dieser Parallelgesellschaften seien, da dort ja die Scharia gelte.

Was haben Ehrenmorde mit der Scharia zu tun?

Die Antwort mag erstaunen, aber sie lautet: Nichts.
Es gibt nämlich keine (mir bekannte) islamische Autorität, die „Ehrenmorde“ legitimieren würde. Im Gegenteil: es gibt etliche Fatwas, die „Ehrenmorde“ -die im Französischen crimes d‘honneur (Verbrechen der Ehre) genannt werden- explizit verbieten. Diese Fatwas wurden gerade auch von islamistischen Autoritäten ausgesprochen. Mit der reaktionären Ideologie des Islamismus stehen „Ehrenmorde“ also nicht im Zusammenhang, auch wenn viele Leute sich das vielleicht so vorstellen mögen.
Morde im Namen der Ehre sind ein Widerspruch zum islamischen Rechtssystem. Die Scharia behandelt sie ganz ähnlich wie Selbstjustiz vom bürgerlichen Staat gehandhabt wird. Es ist also völlig falsch Ehrenmorde darauf zurückzuführen, dass die in Deutschland lebenden Muslime sich nicht an der FDGO, sondern an der Scharia orientieren würden. Hinzu kommt, dass Ehrenmorde in vielen islamischen Ländern, wie z.B. Indonesien oder Somalia gänzlich unbekannt sind.

Wieder mal ein Beleg dafür, dass man unwidersprochen alle möglichen Abstrusitäten über Muslime behaupten kann.

Zu viel Multikulti-Toleranz?

Das Problem bei der ganzen Geschichte ist nicht, dass Ehrenmorde thematisiert werden, sondern wie und in welchem Kontext sie „kritisiert“ werden. In den Medien erschienen die jüngsten als Resultat einer viel zu toleranten Politik der
„Multikultis, die das Land regier(t)en“
. Personen, die „Ehrenmorde“ verurteilten, sahen sich oft als Gegenstimme zum Mainstream und sogar als Rebellen oder Tabubrecher. Nach dem Prinzip „endlich wagt es mal jemand die Muslime zu kritisieren.“ Als ob das ein Tabu wäre und als ob der Islam im öffentlichen Bild nicht sowieso als besonders brutal und gewalttätig erscheinen würde.
Nichts wäre bescheuerter als Zwangsverheiratungen, „Ehrenmorde“ oder Genitalverstümmelungen unter Berufung auf so etwas wie „Kultur“ oder „Tradition“ zu rechtfertigen. Nur, gab es in den öffentlichen Auseinandersetzungen etwa jemanden, der dies getan hätte? Es mag einige wenige Leute geben, die tatsächlich so etwas legitimieren würden, allerdings niemanden, der wirklich ernst genommen werden würde.

In der Tat gibt es Multikulturalismus, der Menschen als Anhängsel ihrer „Kultur“ betrachtet und ihr Verhalten stets aus dieser „Kultur“ ableitet. In der Tat ist dies auch sehr kritikwürdig. Die so genannte „Islamkritik“ verwirft den Kulturalismus aber nicht, sondern teilt seine Grundannahmen. Lediglich die Bewertung stimmt nicht überein.
Auch hier wird sich auf Herkunft, „Kultur“ oder den Islam berufen, wobei dies bei Menschen ohne „Migrationshintergrund“ nie ins Feld geführt werden würde. Wenn ein Deutscher Mann seine Frau schlägt, wird dies ja auch nicht aus seinem „Nationalcharakter“ oder aus der besonders patriarchalischen Religion des Christentums erklärt. Anders bei „Ehrenmorden“, Zwangsverheiratungen oder „Frauenbeschneidung“, allesamt lokale Phänomene, die mit „dem Islam an sich“ nicht viel zu tun haben; sie werden „den Muslimen“ angedichtet, die gar nicht anders handeln könnten, da sie von ihrer „barbarischen Religion“ angetrieben werden würden.
Werden Kulturrelativismus und Multikulturalismus von dieser „Islamkritik“ völlig zu Recht auseinander genommen? Nein, denn genau das passiert eben nicht. Die Kritik ist gar keine, sondern ebenfalls eine Kulturalisierung des Sozialen, bloß unter negativem Vorzeichen. Die „Anderen“ werden nicht mehr für ihre „exotischen Bräuche“ bewundert, sondern für ihre „rückständige und barbarische“ Kultur verachtet. Wenn Antifeministen wie Jean-Marie Le Pen, Jörg Schönbohm oder Justus Wertmüller Frauenrechte in islamischen Ländern einfordern, wenn Leute, die schon mal eine Vergewaltigung als „schlechten Sex“ bezeichnen, sich gegen Zwangsverheiratung und sexuelle Gewalt in „migrantischen Milieus“ aussprechen, oder ausgerechnet die Leute, die zur Verstümmelung von Intersexuellen aufrufen, gegen Female Genital Mutilation wettern, was soll das sein, wenn nicht Kulturrelativismus?

Irakische Raver für Lust und Luxus

Trotz enger Reihe habe ich meine Augen beim Tanzen geschlossen und war einfach nur noch in der Musik drin, jenseits von Zeit und Raum, Sorgen und Elend, Sitte und Anstand. Vorschein auf den Communismus? Jedenfalls sehr geil!

Nachtrag zu pakistanischen Hijras

Als Nachtrag zur Story Taliban gegen Hijras:

Weibliche Seele, männlicher Leib: Hijras – das selbstbewusste «dritte Geschlecht»

ein Artikel über Hijras, von denen die meisten keine Muslime sind und die in ihrer großen Mehrheit in Indien leben. Der Artikel belegt, dass es ein so genanntes „Drittes Geschlecht“ in Südasien wahrscheinlich schon seit dem ersten Jahrtausend vor Christus gibt, lange Zeit also vor der Islamisierung der Region.

Hier findet sich noch eine Bildstrecke zu Pakistan.

Al Jazeera über die pakistanische Drag Queen Begum Nawazish Ali

Vor kurzem berichtete BBC über die pakistanische Transsexuelle Shumail Raj, die zusammen mit ihrer Frau für drei Jahre ins Gefängnis geworfen wurde, weil ihre Ehe gleichgeschlechtlich und damit „unislamisch“ sei:

The couple say they are man and wife, but the Lahore high court ruled last month that the husband was, in fact, a woman, despite sex-change surgery.

The case is thought the first of its kind in Pakistan where homosexuality and trans-sexuality are largely taboo.

Hier mag es erstaunen, dass eine der populärsten Talkshows des Landes von der Drag Queen Begum Nawazish Ali moderiert wird, die dort häufig mit Männern flirtet und auch schon Mullahs zu Gast hatte.

Begum Nawazish Ali

Bei Youtube ist eine Sendung des AlJazeera-Frauenprogramms Everywoman abrufbar, bei der Begum Nawazish Ali zu Gast ist :

(Ab Minute 5:40)

Siehe auch:
Mouthy drag diva bending the rules on Pakistan TV

Transvestiten-Talkshow bricht alle Tabus

Female Genital Cutting und Islam

Lysis berichtet über das vollständige Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung in Ägypten.

Da die so genannte „Frauenbeschneidung“ häufig auf den „Islam an sich“ zurückgeführt wird, sei hier noch auf einen Bericht der Süddeutschen Zeitung hingewiesen:

Frauenbeschneidung ist nicht nur in Ägypten, sondern auch in anderen Staaten Afrikas und in einigen arabischen Ländern wie dem Jemen verbreitet. In Ägypten gibt es sie auch bei den Kopten, überaus konservativen orthodoxen Christen. Die Frauenbeschneidung ist ohnehin kein ursprünglich islamisches Phänomen. Als „pharaonische Beschneidung“ war sie lange vor der Islamisierung Arabiens und Nordafrikas bekannt.

Die führenden ägyptischen Islam-Gelehrten stellen sich daher stets an die Seite der Regierung und verurteilen die Beschneidung als unislamisch. Einzelne Gelehrte beharren aber auf ihrer Übereinstimmung mit dem muslimischen Glauben. Der traditionelle Volksislam hat die Verstümmelung junger Frauen über die Jahrhunderte ohnehin fest in sein System gesellschaftlicher Konventionen eingebaut: Die Beschneidung sei zwingend, weil nur sie die Keuschheit der Frau und die Treue in der Ehe garantieren könne. Der Widerstand von Teilen der meist konservativen Bevölkerung gegen einen Verzicht auf Frauenverstümmelung ist entsprechend groß.

Dem ist noch hinzuzufügen, dass auch gerade die ägyptischen IslamistInnen zu den vehementen GegnerInnen der Genitalverstümmelung gehören. Entgegen der vorherrschenden westlichen Sichtweise ist der Islamismus eben kein archaisches Relikt, sondern eine antitraditionelle Bewegung, die den Umsturz der bestehenden Ordnung propagiert und sich damit häufig gegen den so genannten „Volksislam“ und regionales „Brauchtum“ richtet:

Schwerer zu erklären ist die erstaunlich starke Beteiligung von
Frauen an islamistischen Bewegungen. Doch auch ihnen kann der
Islamismus im Vergleich zum real existierenden Patriarchat Vorteile
bringen. Immerhin erben sie nach koranischem Recht die Hälfte, in
vielen islamischen Gesellschaften bekommen sie weniger oder gar
nichts. Zudem ist auch die reaktionäre Rebellion des Islamismus ein
Aufstand gegen die väterliche Autorität und die Tradition. Islamisten
lehnen Zwangsheiraten und die Genitalverstümmelung von Frauen
ab, in Ägypten ging eine islamistische Gruppe sogar einmal militant
gegen eine Beschneidungszeremonie vor.
(Jochen Müller »Ein Schandmal auf der Stirn der Araber.« Antisemitismus im arabischen Nationalismus und Islamismus, In: Kp Berlin „Islamismus- Kulturphänomen oder Krisenlösung?“)

Auch in Somalia erliessen islamische Geistliche eine Fatwa gegen die Genitalverstümmelung.

Raddatz‘ islamistische Lobby

Eine übermächtige „jüdische Lobby“ steht üblicherweise im Zentrum antisemitischer Verschwörungstheorien, wobei darin behauptet wird, dass diese entweder die USA beherrschen würde oder den Deutschen verbieten würde, Israel zu kritisieren.

Der Orientalist Hans-Peter Raddatz, Autor der rechtspopulistischen Bücher „Vom Allah zum Terror“ und „Die türkische Gefahr?“, hat das Feld der Verschwörungstheorien nun um ein neues Ideologie-Element bereichert.
raddatz

Im Interview mit der Wiener Zeitung erläutert er, wer wirklich hinter dem Karikaturenstreit stand:

Das war eine konzertierte Aktion einer islamistischen Lobby, um einmal mehr die westlichen Schuldgefühle zu testen.

Kein Wunder also, dass auch „Machenschaften der Freimaurer“ im Zentrum von Raddatz‘ Weltbild stehen:


Im Gegensatz zu anderen Wissenschaftlern kommt Raddatz zu dem Schluss der absoluten Unvereinbarkeit der islamischen mit der westlichen Welt. So kritisierte er das Verhalten von Papst Johannes Paul II. scharf, der seiner Meinung nach eine zu indifferente Stellung zum Islam bezog. In seinen öffentlichen Äußerungen vertritt er daher z.B. eine strikte Gegnerschaft zum EU-Beitritt der Türkei. Als Protagonisten der proislamischen Elitenverschwörung im Rahmen des „Technisch-islamischen Strukturwandels“ macht er die Freimaurer aus, denen er auch Johannes Paul II. zurechnet[e].

Quelle:Wikipedia

Kein Zufall auch, dass das oben genannte Interview bei der neur.., äh neokonservativen NGO Wadi e.V. dokumentiert wird: „Muslime haben Freibrief für alles“

„Weltverschwörung“ gegen die Zivilisation: die Wahnwelt Justus Wertmüllers

„Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.“
(Sigmund Freud 1929/1930 Das Unbehagen in der Kultur)

Wenn es auch ziemlich ekelhaft und unverständlich war, dass sich die Zeitschrift Bahamas trotz (oder wegen?) ihrer wiederholt rassistischen Ausfälle einer gewissen Popularität erfreute, wenngleich die „in vielen Tausenden zu zählenden Abonnenten“ von Wertmüller herbeiphantasiert sind, so kann sich nach den jüngsten Wahnbildern, die dieser in einem Radiointerview ausgebreitet hat, kein Mensch, der auch nur einen Funken Verstand besitzt, noch ernsthaft als „antideutsch“ bezeichnen. Und einen Funken Verstand würde ich sogar Jungantideutschen wie Johnny Mutante oder Antifamané zugestehen. Höchste Zeit also sich nicht nur von den dümmsten Entgleisungen der Antideutschen zu distanzieren, sondern gleich deren gesamte „Theorie“ über Bord zu werfen.

Kommen wir zum eingangs erwähnten Interview, von dem ich unten einen Teil transkribiert habe. Nachdem Wertmüller anfänglich nur Dummheiten von sich gibt und etwa behauptet, die radikale Linke hätte einen „erheblichen Avantgardeeinfluss auf die Geschehnisse in der Republik“ möchte er am Ende des Interviews seine Welterklärung ausbreiten, wobei ihm jedoch sein eigenes Unbewusstes in die Quere kommt, das sich mit aller Gewalt Bahn bricht. Wie der Antisemit, der im tiefsten Innern weiß, dass er die Juden hasst, es nur nicht laut sagen möchte, ruft es „Verschwörung!“ aus Justus hinaus. Sofort möchte er es relativieren und zurücknehmen, aber zu spät:

(…) der Kampf gegen die Antisemitische Internationale, wie wir das nennen, die wie gesagt, von der Sozialdemokratie, jetzt aber wirklich weit über Deutschland hinaus, sondern ganz Old Europe greift, inbegreift, von der Sozialdemokratie über die Grünalternativen bis zu den Linksradikalen einerseits und die jeweiligen Bewegungen der autochthonen Völker, lass es Community-Vertreter sein sollten oder irgendwelche quasi-faschistische Regime, die jetzt hofiert werden, wie das Venezuela eines Hugo Chávez, der gerade die einzigen freien Radiosender abgeschafft hat, um also gegen diese Verschwörung…
Nein, Verschwörung ist das falsche Wort, ich nehme es zurück, um gegen dieses informelle Bündnis, das sich wahrscheinlich am schönsten in Form der Vereinigten Nationen, UN, auszeichnet, wo es eigentlich darum geht in erster Linie sich zusammen zu tun mit den schlimmsten Terrorregimen, Iran angefangen, von den großen Brüdern, China und Russland gefeatured, zunächst mal rhetorisch aber zunehmend praktisch einen Weltkrieg gegen die Zivilisation an zu anzetteln, an dessen vorderster Front erstmal der politische Islam marschiert…

Im Kampf für die westliche Zivilisation gegen die „Weltverschwörung“, bestehend aus Sozialdemokraten, „Islamverstehern“, Neo-Nazis, Grünen, Kofi Annan, Jürgen Habermas, Osama Bin Laden, Joschka Fischer, Robert Kurz, Hugo Chávez, Wursthaarträgern, der UN, „autochthonen Völkern“, androgynen Antifas, Ahmadinedschad und vielen anderen, fordert Wertmüller Opferbereitschaft ein und ist todesmutig bereit, sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen:

(…)ich lebe wie jeder vernünftige Mensch auch lieber ohne Angst vor Terroranschlägen. Aber bevor ich mich von Nazis – seien sie nun deutsch und braun oder islamistisch und grün – nötigen lasse, jüdische, amerikanische oder religionskritische Menschen ihrem mörderischen Zugriff auszuliefern, wage ich lieber etwas. Die Verteidigung der westlichen Zivilisation – und die gibt es nur an der Seite Israels – vor solchen Zumutungen, wäre es mir schon wert, mit einem mulmigen Gefühl in die U-Bahn einzusteigen.“
(Aus einer Rede in Frankfurt).

Am 6.6.2007 um 19:00 Uhr tritt Justus Wertmüller im Berliner Kabarett Max und Moritz (Oranienstraße 162) auf.

Israelische Superhelden

The Golem and Lilith [Videoclip (Untertitel aktivieren)] ist ein neuer israelischer Comic, der sehr ironisch den Nahostkonflikt behandelt. Sowohl Lilith, die als erste Frau Adams gilt, als auch der Golem sind Figuren aus der jüdischen Mythologie. Eine alte Legende besagt, dass Rabbi Löw in Prag den Golem aus Lehm formte (sowie Gott Adam aus Lehm erschuf) und ihn da dadurch erweckte, indem er ihm ein Stück Papier mit dem geheimen Namen Gottes unter die Zunge legte (oder um die Stirn band). Nach der Legende geriet der Golem ausser Kontrolle und wandte sich gegen seinen Meister. Als der Rabbi schliesslich das Stück Papier entfernte, zerfiel der Golem zu einem Haufen Ton.
Die Sage des Golem wurde in zahlreichen Bereichen der Populärkultur aufgegriffen. Man denke nur an den Stummfilm Der Golem, wie er in die Welt kam von 1920. Nicht zuletzt hat die Legende vom Golem den Roman Frankenstein, sowie zahlreiche Sciencefiction-Erzählungen geprägt.
The Golem ist allerdings nicht der erste israelische Superheld. Der Superheld der letzten Generation hiess Sabraman.

Yigal Amir Fanclub

Postantideutsche beanspruchen für sich selbst gerne bedingungslos mit Israel solidarisch zu sein und vertreten die Meinung „Jede Kritik am Staat Israel ist antisemitisch“ (Joachim Bruhn) . Hier fragt sich, wer Israel eigentlich repräsentiert. Ist es nur der Staat, die Regierung und das Militär? Was ist mit den zahlreichen politischen Fraktionen in Israel? Etwas widersprüchlich zum Lob des Pluralismus und der Heterogenität der israelischen Gesellschaft, was sie von den arabischen Staaten unterscheiden soll, werden israelische Linke kollektiv als Spinner diffamiert, gilt Moshe Zuckermann bei vielen Postantideutschen als Antisemit, und obendrein wird dem Zentralrat der Juden in Deutschland vorgeworfen, er wäre nicht israelsolidarisch und würde den Islam verteidigen.
Etwas seltsam ist es da, dass der Postantideutsche Johnny Mutante in schiere Begeisterung über seine Kommunikation mit dem Kachpolitiker David Ha‘ivri ausbricht. Dessen Frau trägt übrigens ein Kopftuch, ein Kleidungsstück, das von Postantideutschen üblicherweise die Zugehörigkeit zu einer „besonders barbarischen Religion“ anzeigt.

Während die israelische Linke angeblich mit der Antisemitischen Internationale im Bunde steht, scheint man kein Problem zu haben, sich mit der Kachpartei zu verbrüdern, einer (in Israel illegalen) Organisation, welche den israelischen AraberInnen die Staatsbügerrechte entziehen möchte, die Vertreibung aller PalästinenserInnen plant und zudem noch verantwortlich für das Hebron-Massaker 1994, die Ermordung von Yitzhak Rabin sowie dutzende Anschläge ist.
Da verwundert es auch nicht, dass diese Sympathie auf Gegenseitigkeit beruht und die Neue Kach Bewegung einen Link auf die Website ihrer Gesinngungsgenossen von der Bahamas gesetzt hat.